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Werner Zabka Eine Anthropologie, die den Anspruch erhebt, psychobiologisch zu sein, muss zwei Komponenten beinhalten: - eine in sich konsistente und umfassende biologische, insbesondere neurobiologische Theorie (siehe Kapitel „Gehirn und Welt“) - eine Lösung des zentralen Problems der Erkenntnistheorie: Leib-Seele-Problem, Body-Mind-Problem. Kernfragen der Erkenntnistheorie: - Was ist das Anschauende, Wahrnehmende, die Psyche, der Geist, das Subjekt, letztlich das Ich?
- Was ist das Angeschaute, Wahrgenommene, die Physis, das Existente, das Bewusste, das Objekt, letztlich die Welt?
- Wie funktioniert die Anschauung, Wahrnehmung, d.h. wie geht der Übergang von der Psyche auf die Physis und umgekehrt vonstatten, wie „kommunizieren“ Subjekt und Objekt?
Die Lungwitzsche Erkenntnistheorie
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Das Angeschaute, Wahrgenommene, die Physis, das Existente, das Bewusste, das Etwas, das Objekt sind Synonyma. |
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Die menschliche Hirnrinde ist das Organ des Bewusstseins. |
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Das Bewusste bzw. das Objekt etc. ist Funktionseigentümlichkeit jeweils spezifischer Zellen der Hirnrinde (nicht zu verwechseln mit der Funktion der Hirnrinde). Anmerkung: Das Gehirn produziert (konstruiert, projeziert etc. pp) nicht etwa das Bewusste, sondern es besteht ausschließlich eine Korrelation zwischen Bewusstem und der Funktion der Hirnrinde. Das Gehirn und seine Funktion ist dann, wann es angeschaut, also z.B. gesehen, gedacht oder beschrieben wird, selber Angeschautes und somit Funktionseigentümlichkeit des Gehirns. |
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Die Welt ist identisch mit der Summe (meiner) der Bewusstseinseinzelheiten, d.h. der Objekte. |
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Das Objekt „erscheint“ als Gefühl, Gegenstand und Begriff. Anmerkung: Auch das Selbstbewusstsein ist eine Untermenge der Summe der Bewusstseinseinzelheiten und somit Teil der Welt. |
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Das Objekt hat keine zeitliche und räumliche Ausdehnung, es entspricht dem mathematischen Punkt. Anmerkung: Die Begriffe Zeit und Raum sind selber Objektfolgen und als solche ausschließlich Beschreibung anderer Objektfolgen und deren Beziehung zueinander. |
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Das Objekt setzt sich – ausschließlich beschreibungsmäßig! – aus Symbolkomponenten zusammen und ist somit Symbol aller Vor- und Nach-Objekte, d.h. der Welt. Anmerkung: Passend hierzu die „Verdrahtung“ der Zellen der Hirnrinde und die Vielzahl der „Zuflüsse“ zur jeweils aktuell funktionierenden Zelle. |
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Das Objekt existiert ausschließlich als Verändertheit und ist nur mit sich selber identisch. Eine Identität zwischen Objekten gibt es nicht. Anmerkung: Passend hierzu die ständige Veränderung der Zellen der Hirnrinde und ihrer assoziativen Struktur (Neuroplastizität). |
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Das Subjekt, die Psyche usw. ist als das Nicht-Etwas das Nichts als das polar Gegensätzliche zum Objekt, der Physis, dem Etwas. Das Subjekt hat keine Bestimmtheiten, d.h. keine Eigenschaften und Funktionen. Anmerkung: Auch die hier vorliegende Beschreibung des Subjekts ist objektisch, „liegt auf der Objektseite der Anschauung“ und ist als Folge von Objekten Teil der Welt. Jedes Objekt ist als Bewusstes Angeschautes und nicht etwa Anschauendes. Alles, was über die Psyche, das Subjekt usw. ausgesagt werden kann, ist, dass es gegensätzlich zur Physis, zum Objekt usw , d.h. dem Etwas ist. |
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Anschauung ist zeit-räumliche Zugleichheit von Subjekt:Objekt, Psyche:Physis; Anschauendem:Angeschautem, Bewusstem:Nicht-Bewußtem, Nichts:Etwas. Anschauung ist polare Gegensätzlichkeit Nichts:Etwas. |
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Die Anschauungseinheit Subjekt:Objekt wird in der Psychobiologie als Eron oder als Individuum (das Unteilbare) bezeichnet. |
Konsequenzen
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Es gibt keine absolute, vom Bewusstsein unabhängige Welt, in der wir leben, und von der wir nur – wegen der vermeintlichen Beschränktheit unserer Sinnesorgane und unseres Erkenntnisvermögens – einen Teil wahrnehmen. |
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Es gibt kein Bewusstsein vom Bewusstsein, das uns in die Lage versetzen könnte, gewissermaßen objektiv und unabhängig vom Bewusstsein das Bewusstsein zu erkennen, das erkenntnistheoretische Problem der Anschauung und das vermeintlich geheimnisvolle Rätsel um das Wesen der Welt zu lösen. |
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So viele Menschen, so viele Welten. |
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Es gibt keinen vom menschlichen Bewusstsein unabhängigen absoluten Raum und keine absolute Zeit, in denen wir leben. Raum und Zeit sind als Bewusstes lediglich beschreibende Wörter. |
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Eine Wirkung von der Psyche auf die Physis, vom Subjekt auf das Objekt und vice versa, von einem Objekt auf ein anderes Objekt (Ursache-Wirkung-Prinzip) ist deutende Beschreibung und als solche selber Folge von Objekten und Kennzeichen der heute noch vorwiegenden Weltanschauung. Mit der Lösung des erkenntnistheoretischen Problems der Anschauung wird das Problem der Kausalität – rein genetisch – als Fiktion erkannt und entfällt. |
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Die Philosophie muss Abschied nehmen von der Vorstellung, man könne quasi nur kraft seines Geistes, unabhängig von den Naturwissenschaften, insbesondere der Neurobiologie zu einem Erkenntniszuwachs gelangen, was das vermeintlich eigentliche, das geistige Wesen des Menschen betrifft. |
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Die Naturwissenschaft wird den Anspruch aufgeben müssen, sogenannten absolut gültigen, vom menschlichen Bewusstsein unabhängigen Naturgesetzen auf der Spur zu sein, mit deren Hilfe man die Welt „erklären“ könne. Auch die Naturgesetze sind Folgen von Objekten und somit Verändertheiten, wobei allerdings die Änderungsrate sehr gering ist. |
| Die vorliegende Darstellung ist bewusst nur thesenartig gehalten. Eine eingehende Begründung erfolgt im Lungwitzschen Werk (siehe Literaturverzeichnis dieser Homepage) Wechseln zu: | |